13. November 2018

Hallesche verbessert die Bedingungen

Nachdem einige privaten Krankenversicherer bereits im letzten Jahr, oder zum 01. Januar Ihre Versicherungsbedingungen verbessert  hatten, folgt nun auch die Hallesche Krankenversicherung. Bisher gab es (wie überall) einige Schwachstellen in den Bedingungen. Zum 28.3.2011 verbessert wiederum die Hallesche die Allgemeinen Versicherungsbedingungen dahin gehend, dass
  • die bisher nicht vorhandene Kriegsklausel (Ausbruch von Kriegshandlungen im Reiseland) und damit verbundene eventuelle Behandlungskosten versichert sind,
  • die Verbesserung der Bestimmungen hinsichtlich der Aufrechterhaltung des Versicherungsschutzes außerhalb des europäischen Währungsraumes (EWR)
  • Der Umfang der Kostenerstattung von Schutzimpfungen generell auf alle Schutzimpfungen nach Vorgaben der STIKO( Ständige Impfkommision) erweitert wird,
  • die Anschlussheilbehandlung(AHB) nach stationärem Aufenthalt generell versichert ist, und nicht mehr auf andere Kostenträger verwiesen wird
Desweiteren bietet die Hallesche einen Zusatzbaustein „Unfallheilkosten“ an, der alle im Zusammenhang mit einem Unfall entstehenden Kranheitskosten trägt.Dieser Baustein hätte dann keine Auswirkungen auf eine Beitragsrückerstattung aus dem normalen Tarif.
Es gilt natürlich weiterhin, dass ein Tarif speziell auf den Kundenbedarf passen sollte. Gerade deshalb sind sorgfältige Beratung und die Berücksichtigung von Auswahlkriterien in der Privaten Krankenversicherung (PKV) so wichtig. Doch schauen wir uns die Änderungen einmal genauer an:
Auslandsaufenthalte:
Vorrübergehende Auslandsaufenthalte ,also mit Rückkehr, sind auch als „vorrübergehend anzusehen“. Diese Regelung gilt für Auslandsaufenthalte bis zu einem Zeitraum von 6 Monaten. Bei Wegzug in einen anderen Staat der EU, des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz besteht für die Hallesche eine Verpflichtung, eine Vereinbarung zur Fortsetzung des Vertrages zu treffen. Diese Verpflichtung gilt nur dann, wenn diese innerhalb von 6 Monaten beantragt wird.
In den Bedingungen heißt es (§ 1 Teil II MB/KK Hallesche, Fassung 2011):
„Ein Aufenthalt (…) mit einer Dauer von maximal 6 Monaten gilt nicht als Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes.“
und weiter heißt es: „Für die Berechnung der Dauer eines Aufenthaltes, werden vorrübergehende Unterbrechnungen mit eingerechnet.“
Kriegsereignisse:
Auch die Aussage zu den Kriegsereignissen wurde definiert bzw. verändert. So gilt der Leistungsausschluss für Kriegsereignisse im Ausland ab sofort nicht mehr, wenn es für das Land keine Reisewarnung gab, oder diese erst nachträglich ausgesprochen wurde.
Auch hier die Aussage in den Bedingungen Teil II, §5, Abs. 1 a,b
„Leistungseinschränkung (…) gilt nicht, wenn a.) für das Aufenthaltsland keine Reisewarnung durch das auswärtige Amt besteht oder „… eine Reisewarnung erst während des  Aufenthaltes ausgesprochen wurde und die Versicherte Person aus Gründen, die sie nicht zu vertreten hat, an der Ausreise gehindert war.“
weiterhin heißt es zu den Terroranschlägen:
„Terroristische Anschläge und deren Folgen zählen nicht zu den Kriegsereignissen“ (Anm. und sind somit per se nicht ausgeschlossen, sondern versichert)
Anschlußheilbehandlung (AHB)
Völlig neu und meines Erachtes eine sehr wichtige Aussage in den Bedingungen, sind die Leistungsaussagen zur Anschlussheilbehandlung. Nach wie vor ist dies bestimmt  nicht die beste Lösung am Markt. So wird die Anschlußheilbehandlung AHB in den Bedingungen genannt und es heißt genau:
„für die ersten 3 Wochen einer medizinisch notwendigen Anschlussheilbehandlung (AHB), welche innerhalb von 28 Tagen nach einer stationären Akutbehandlung beginnt und in einer Einrichtung erfolgt, welche von einem gesetzlichen Rehabilitationsträger  für die jeweilige zugelassen ist.“
Anders oder  besser zu lösen gewesen wäre die Aussage : „Weitere Voraussetzung ist, dass ein Antrag auf Leistungen bei einem gesetzlichen Rehaträger, sofern dieser im Grunde nach leistungspflichtig ist, vor Beginn der AHB gestellt und beschieden wurde.“
Noch eine andere Änderung ist interessant und betrifft die der Krankentagegeldversicherung (MB/KT). In den meisten Tarifen am Markt (bei der Halleschen auch bisher) war/ ist definiert, dass ein Leistungsanspruch auf Krankentagegeld nur dann besteht, wenn sich der Versicherte zu Hause (also an wo er wohnt) aufhält. Dieses ist ja generell auch wünschenswert, denn der Versicherte soll nicht umherreisen, sondern eben gesund werden. Gerade bei Asthmapatienten zum Beispiel, kann es aber der Heilung durchaus dienlich sein, wenn sich der Patient zum Beispiel an einen Kurort zwecks Heilung begibt.
Zeigt der Versicherte der Halleschen nun in Textform an, dass dieser sich woanders innerhalb Deutschlands aufhält und gibt vorher auch den  Zeitraum an, so besteht auch hier Anspruch auf Krankentagegeld.
About M.Krolinski

Versicherungsmakler mit 22 Jahren Berufserfahrung am Markt. Spezialisiert auf die Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Pflegezusatzversicherung. Aber auch zu anderen Sparten auskunfts-und hilfsbereit.

Trackbacks

  1. […] Verbesserungen sind zu sehen, aber der große Aha Effekt ist ausgeblieben.Andere Gesellschaften haben es positiv  vor einiger Zeit vorgemacht. Sollte die SDK nicht nachbessern, wird der Krankenversicherer nur durchschnittlich […]

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