13. November 2018

Privat versichert- immer gut versichert oder wenn Mogelpackungen platzen !

Diese Aussage ist der größte Unfug seit der Annahme, dass die Erde eine Scheibe ist! Leider ist bei fast vielen Privatversicherten noch die Hoffnung sehr ausgeprägt, dass sie im Fall der Fälle besser abgesichert sind als der GKV-Patient und sich auf Ihre private Krankenversicherung verlassen können.Das wird (sicherlich völlig ohne Absicht?? oder?) natürlich insbesondere von Anbietern und Vermittlern eher schwacher Leistungspakete (sog. Einsteigertarife) unter Zuhilfenahme einiger kreativer Tarif- und Verkaufstexten verstärkt.Formulierungen wie „die günstige Alternative zur GKV“ oder „PKV-Testsieger zu günstigen Beiträgen“ die dem potentiellen Kunden klar suggerieren „hier ist alles gut und günstig – du musst nur zugreifen“ . Klar, bei dem Monatsbeitrag für für 50Euro im Internet…Diese Tatsache führt unweigerlich auf ziemlich direktem Weg zu zwei wesentlichen Fragen
1. Warum machen die Unternehmen oder die Vertrieb so etwas?
2. Warum merkt der Kunde das nicht ?
Das ist schnell beantwortet. Hier geht es um eine Kombination aus Verzweiflung, Umsatzdruck, Gier und Gleichgültigkeit.
Natürlich ist der Markt mittlerweile zweigeteilt. Zum einen in den Bereich derjenigen, die qualitativ hochwertige Produkte anbieten (die aber nicht der Geiz ist geil-Mentalität / PKV für59 Euro entsprechen) und diejenigen, die im „preissensitiven Segment“ (schöne Beschreibung für das muss auf jeden Fall eins sein – BILLIG!!“) anbieten, also die Strukki-Vertriebe. Masse statt Klasse.
Sollte irgendjemand noch der Meinung sein, es gibt gleiche Leistungen für deutlich unterschiedliche Prämien, der glaubt auch an den Weihnachtsmann! Und die teilweise abstrusen Ansätze, Preisunterschiede mit Dingen wie „geringeren Verwaltungskosten“, „strenger Risikoprüfung“ oder ähnlichem Unfug zu begründen, machen auch mehr Angst als Mut.
Dazu nur soviel: Wer ernsthaft glaubt, das eine um 3 – 4 % geringere Verwaltungskostenquote einen Prämienunterschied von 80 – 90 Euro im Monat ausmacht oder das die „strenge“ Risikoprüfung heute erkennen kann, wer in 5 Jahren schwer erkrankt, sollte noch einmal – gern mit professioneller Hilfe – genau nachdenken…Der einzige Grund für deutliche Preisunterschiede sind deutliche Leistungsunterschiede.Die Antwort auf die Frage , warum der Kunde so etwas macht, ist etwas komplexer. Ich glaube ja, der Kunde entscheidet hier im Regelfall völlig realitätsfern – im Glauben, das es nicht schlechter geht als in der GKV…was natürlich im Segment der „TÜV-zertifizierten Testsieger für 59 Euro“ leider fast immer falsch ist…
Bei vielen ist die Ausgangsmeinung noch aus den frühen 90er Jahren:Privat versichert ist besser versichert als gesetzlich – es geht nur darum, wie viel besser! Oder doch schlechter ?
Es geht kein Mensch davon aus, dass er schlechter versichert ist als der gemeine GKV-Patient – was aber leider häufig der Fall ist. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie doch mal in Ihrem Krankenversicherungvertrag, in den allgemeinen Versicherungsbedingungen, nach. Was steht dort an garantierten Leistungen, was ist nicht versichert ?
Es geht kein Mensch davon aus, dass er sich mit dem Übertritt von der GKV in die PKV verschlechtert.Woher soll er es auch wissen.
Hier siegt dann auch die Hoffnung, ein Schnäppchen zu machen vor dem gesunden Menschenverstand – denn: Es ist in allen Bereichen so, dass schlechte oder wenig Leistungen immer weniger kosten als gute oder üppige Leistungen (Ausnahme sicherlich der Tatbestand des Betruges) – das gilt natürlich auch für die PKV und deren Angebote. Es gibt nichts umsonst – es muss für jede Leistung bezahlt werden. Das begründet sich aus dem Marktverständnis der PKV-Anbieter, die alle nicht im karitativen Bereich anzusiedeln sind. Leider hat sich in den letzten Jahren der Ansatz, die Unkenntnis des Kunden (und teilweise auch der Vermittler) dahingehend auszunutzen, dass Produkte an den Markt gebracht werden, die aus Preiswettbewerbsgründen immer weiter von Leistungen befreit werden, immer weiter verbreitet.
Aber schauen Sie einfach mal selbst nach, ob z. B. Leistungen wie ambulante und stationäre Psychotherapie, alle Hilfsmittel in ausreichender Ausführung, Ergotherapeuten und Logopäden, Kostenübernahme für med. notwendige stationäre Heilbehandlung , gemischte Anstalten so abgesichert sind, wie in der GKV – nämlich in dem Maß, das medizinisch ausreichend ist.
Bestandslisten der Einsteigertarife sind aus meiner Sicht, Listen des latenten Elends – zumindest aus dem Blickwinkel der finanziellen Auswirkungen auf das Versicherten-portemonnaie im Leistungsfall.Sollten Sie immer noch zweifeln, nutzen Sie doch einfach einmal alle Informationen, die zur Verfügung stehen und googlen einfach, was von privaten Versicherungen so alles abgelehnt wird.
Dazu kommt zu allem bisherigen Übel noch die Tatsache, dass es in den Einsteigertarifen vermehrt zu Zahlungsausfällen kommt, die die Versicherer abschreiben müssen und so das Versichertenkollektiv mit steigenden Beiträgen beglücken müssen – auch und gerade in den Einsteigertarifen. Hier wirdbei den Unternehmen also kaum Geld verdient – es lauert aber Ärger…Sie müssen aber Leistungen erbingen.
Dies wird wohl auch der Hauptgrund sein, warum die DKV oder die Central den Verkaufsstop ihrer Einsteigertarife bekannt gegeben hat – und nicht das schlechte Gewissen gegenüber den Kunden…so gern ich das auch glauben möchte…Fazit:
Insgesamt lauern im Bereich vieler der Tarife aus meiner Sicht einige Sprengfallen – es gibt also viel zu tun.
Ich helfe Ihnen gerne .
M.Krolinski
About M.Krolinski

Versicherungsmakler mit 22 Jahren Berufserfahrung am Markt. Spezialisiert auf die Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Pflegezusatzversicherung. Aber auch zu anderen Sparten auskunfts-und hilfsbereit.

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  1. […] des Risikos Krankheit. Auch wenn mit unschlagbar günstigen Angeboten geworben wird, z.B. eine private Krankenversicherung schon ab 59 Euro – sollten Sie bei einer privaten Krankenversicherung nicht am falschen Ende sparen, denn bei […]

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