20. November 2018

SDK verbessert AVB für Neu- und Bestandskunden

Diese Nachricht erreichte mich heute. Ich lese,…Die Süddeutsche KV (SDK) verbessert zum 01.01.2012 die Versicherungsbedingungen für das Neugeschäft als auch für Bestandskunden.

 

1.     Grundsätzlich kann ein Krankenversicherer nicht nachträglich in bestehende Tarifbedingungen eingreifen: er darf diese nicht verschlechtern, aber auch nicht einfach verbessern.

2.     Würde ein Versicherer die Bedingungen für alle Versicherten einfach verbessern, dann stünde dem ja auch eine Erhöhung der Leistungsausgaben gegenüber. In der Folge würden dann die Beiträge im Tarif wegen dieser Leistungsverbesserung ansteigen. Man würde in diesem Falle von einer sogenannten „erzwungenen Wohltat“ sprechen. „Erzwungene Wohltaten“ sind aber verboten und werden in der PKV vom Treuhänder nicht genehmigt.

3.     Eine „Verbesserung“ ist nur dann möglich, wenn die Bedingungen an die bestehende Leistungspraxis des Versicherers angepasst werden, dieser also auch in der Vergangenheit immer für Dinge geleistet hat, die nicht in den AVB gestanden haben. Nur in diesem Falle wäre gewährleistet, dass die Aufnahme dieser Leistungen zu keiner Erhöhung der Beiträge führt. Könnte der Versicherer (siehe 2.) nachweisen, dass er schon immer   bestimmte Leistungen  erstattet hat, dann kann er (theoretisch) diese Leistungen auch in den Tarif mit aufnehmen. Es wäre dann letztlich keine Verbesserung, sondern eine Klarstellung der AVB.

4.     Bei der SDK war dieses der Fall:  sie leistet  schon immer beispielsweise für Blindenhunde, auch wenn diese nie in den AVB aufgeführt waren. Auch Transporte zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus werden von der SDK schon seit Tarifgründung 1974 bezahlt, ebenso wie Ergotherapie, Logopädie, Hydrotherapie, Lichttherapie und vieles mehr. All diese Punkte haben nun explizite Aufnahme in unsere AVB gefunden.

5.     Die Geschäftspolitik der SDK, auf Paralleltarife zu verzichten und mit einem einzigen, generationenübergreifenden Tarifwerk zu arbeiten, ist in diesem Bereich quasi Segen und Fluch zugleich: Man kann eben nicht einfach ein neues Tarifwerk auflegen, wenn sich Markt und medizinischer Fortschritt gewandelt haben, auch wenn das sicherlich der deutlich bequemere Weg wäre. Statt dessen muss man den recht mühsamen und zeitaufwändigen Weg gehen, die bestehenden AVB stetig weiter zu entwickeln und an die laufende Leistungspraxis anzupassen. Hierzu sind immer langwierige Verhandlungen mit dem Treuhänder erforderlich, der (verständlicher Weise) nachgewiesen haben möchte, dass hier keine „erzwungenen Wohltaten“ eingebaut werden, die die Beiträge erhöhen würden.

6.     Die aktuellen „Verbesserungen“ wurden von der SDK vor allem im Hinblick auf das Abschneiden in Ratings und Vergleichsprogrammen durchgeführt. Hier werden die Unternehmen nur nach dem bewertet, was explizit in den Bedingungen steht. Die tatsächliche Leistungspraxis („… das zahlen wir schon seit 30 Jahren…“) spielt dort keine Rolle. Aus diesem Grunde hatte die SDK in der Vergangenheit gerade bei Ratings und Vergleichsprogrammen manchmal schlechte Karten, obwohl in der Praxis für alles geleistet wurde. Das erhöht mit Sicherheit auch die Akzeptanz im Maklermarkt.  

 

Ich werde mir diese Änderungen ansehen und demnächst hier dazu Stellung beziehen.

 

About M.Krolinski

Versicherungsmakler mit 22 Jahren Berufserfahrung am Markt. Spezialisiert auf die Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Pflegezusatzversicherung. Aber auch zu anderen Sparten auskunfts-und hilfsbereit.

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