19. November 2018

Zum Verbraucherschutz, Provisionen, Filz und Transparenz

Verbraucherschutz ist eine wichtige Aufgabe. Selbstverständlich. Er schützt die Marktteilnehmer unseres Landes vor Nachteilen, die durch Intransparenz entstehen. Gäbe es keine Intransparenz, könnten die Verbraucher wieder kompetent entscheiden und die Politik müsste nichts regulieren.Geldgeschäfte, insbesondere die der Altersversorgung, sind auf Vertrauen aufgebaut. Da gibt es Produkte,die oft nicht transparent sind und Merkmale enthalten, die von vielen Kunden nicht gewollt sind.Und es gibt transparente und passende Produkte.
Frau Ministerin Aigner, was da gerade im Bereich der Finanz- und Versicherungswirtschaft,initiiert durch Ihr Ministerium und so genannten Verbraucherschützern passiert, jetzt auch noch gestützt durch das Urteil bzgl. der Provisionsweitergabe, hat aber auch rein gar nichts mit Verbraucherschutz zu tun.Das alles führt nur dazu, dass die Verbraucher in unqualifizierte Beratungen getrieben werden.Wenn Sie der Meinung sind, Verbraucherschutz ist, wenn alles einfach nur billig ist, dann sollten alle Politiker einfach Dacia Logans fahren, ist auch ein Auto und kostet nur ein Bruchteil einer S-Klasse.Stellen Sie sich doch mal der Diskussion derer, die wirklichen Verbraucherschutz machen und tauschen Sie sich mal mit qualifizierten Versicherungsmaklern und Honorarberatern und -vermittlern aus, nicht immer nur mit den vermeintlichen Großen der Branche, die seit Jahren nicht mehr beim Kunden waren aber zwischenzeitlich(warum auch immer, wir wollen mal nichts Verwerfliches dabei denken)von der Politik hofiert werden , sondern mal mit der Basis. Sie werden feststellen, viele von uns sind keine Räuber und Verbrecher, sondern ehrbare Kauffrauen und -männer! Was da zurzeit alles unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes in unserer Branche betrieben wird, ist unglaublich!

Selbstverständlich gibt es auch Produktvermittler, die Ihre Beratung von eigenen monetären Motiven leiten lassen und eventuell auch immer noch ohne Registrierung(gewerberechtlichen Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer) umher rennen.. Das liegt in der Natur der Menschheit.Diese Erkenntnis nennen Fachleute das Ökonomische Prinzip und in dieser Betrachtung das Maximalprinzip.Werden Möglichkeiten geboten, wird es immer Menschen geben, die diese Möglichkeiten für sich maximieren.Was daran ist schlecht? Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist darauf aufgebaut.
Überall, wo Waren gehandelt werden, fließt der Gegenwert vom Käufer zum Verkäufer. In der Regel mit Geld.Auch bei Versicherungsvermittlungen. Diese Art der Tätigkeit zu brandmarken und allen Vermittlern niedere Beweggründe und generelles Abzocken zu unterstellen, kommt einem mittelalterlichen Pranger gleich.Der Versicherungsvermittler, der Versicherungsberater und der Versicherungsmakler sind ehrbare Berufe,die einem Handwerk durchaus gleichgesetzt werden können. Ich kenne viele Menschen in diesen Berufen, die ihre Tätigkeit sehr ernst nehmen, sich kritisch damit auseinandersetzen und sich ausschließlich in den Dienst des Kunden stellen (sicher im Rahmen ihrer Möglichkeiten). Und eine gute Beratung hat ihren Preis. Also stellt sich allenfalls die Frage der Angemessenheit. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Vergütung heißt. Ob Provision, Courtage oder Honorar, die Vergütung muss insgesamt eine angemessene Vergütung für eine erbrachte Leistung sein. Was angemessen ist kann nur der Käufer, also der Kunde,selbst beurteilen. Dazu muss er allerdings alle Beratungs- und Produktmerkmale vollständig kennen.Die Provisionsekszesse, die wir in der Vargangenheit hatten oder noch haben, führen doch nur zu einer Verschlechterung des Marktes.Ein normaler Makler (ich beklag mich auch nicht über meine Honorierung) ist mit normalen Courtagen davon doch nicht betroffen. Nur das schlechte Licht trifft auch ihn.Ich frage mich und ich frage die Politiker, vor allem frage ich Sie, Frau Aigner: Ist die Regulierung von Märkten und Vermittlern dabei wirklich der richtige Weg? Werden die Produkte dadurch transparenter? Kann die Angemessenheit der Vergütung dadurch vom Verbraucher wirklich beurteilt werden? Oder würde eine Verbesserung der Produkttransparenz nicht viel besser geeignet sein, die Verbraucher zu schützen, indem sie ihre Kaufentscheidung wieder kompetent selbst treffen können? Schuld ist meines Erachtens die Gier der Versicherungsgesellschaften nach Verträgen und die Verfilzung mit den großen Strukturvertrieben und deren angeborener Sucht nach mehr Provision.Der insolvente Vertrieb MEG24 hat es gezeigt.

About M.Krolinski

Versicherungsmakler mit 22 Jahren Berufserfahrung am Markt. Spezialisiert auf die Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Pflegezusatzversicherung. Aber auch zu anderen Sparten auskunfts-und hilfsbereit.

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