13. November 2018

Berufsunfähigkeit – ein unterschätzte Risiko

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Formen der privaten Absicherung. Nachdem der Gesetzgeber vor elf Jahren allen nach Januar 1961 Geborenen die Leistungen aus der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung gestrichen hat, beschränkt sich der gesetzliche Versicherungsschutz auf die heute 52-Jährigen und Älteren.

Jeder dritte Deutsche will gänzlich auf die Absicherung einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung (BU) verzichten. 41 Prozent aller Deutschen haben bisher keine Versicherung abgeschlossen.Fehlender Bedarf (38 Prozent) und Desinteresse (35 Prozent) wurden als Hauptgründe für den fehlenden BU-Schutz genannt. Unter den Desinteressierten finden sich vor allem junge Berufstätige zwischen 16 und 29 Jahren mit einem Anteil von 44 Prozent.
Dabei bestehe gerade für diese Altersgruppe ein erhöhtes durchschnittliches Risiko, im Laufe des Erwerbslebens berufsunfähig zu werden. Laut der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. werden 43 Prozent der heute 20-Jährigen in Zukunft berufsunfähig.Waren es vor zehn Jahren vielfach Erkrankungen der Wirbelsäule, die Berufsunfähigkeit auslösten, gebe es heute eine schleichende BU, ausgelöst von Stress und hohen Anforderungen im Berufsalltag. Der Anteil der psychischen Erkrankungen an den BU-Fällen nehme jährlich um fünf Prozent zu.
 
Doch auch diese Altersgruppe musste deutliche Leistungskürzungen hinnehmen. Um das BU-Risiko vollständig abzusichern, kommt also keine Generation Berufstätiger mehr an einer privaten Vorsorge vorbei. Anlass genug, zu fragen, wie es um den BU-Versicherungsschutz der Deutschen bestellt ist. Deshalb wurden Im Auftrag  1.002 Berufstätige im Alter zwischen 16 und 60 Jahren zu diesem Thema befragt.
 
Krankheitsrisiko erkannt – Frauen weniger abgesichert als Männer
67 Prozent aller Befragten rechnen für sich persönlich damit, in Zukunft einmal an einer schweren Krankheit zu leiden und dadurch berufsunfähig zu werden. Von zehn dieser risikoaffinen Personen verfügen aber nur sechs über eine BU-Versicherung. Nur acht Prozent der Personen mit einem realen Krankheitsrisiko, die noch nicht über einen Versicherungsschutz verfügen, wollen bis 2015 eine Police erwerben.
Ein großer Teil der Berufstätigen sieht also trotz der Furcht vor einer schweren Erkrankung von einer einschlägigen Risikoabsicherung ab. 17 Prozent der Befragten schließen eine Krankheit mit folgender Berufsunfähigkeit für sich kategorisch aus. Dabei fällt auf, dass nur 42 Prozent der Frauen, aber 61 Prozent der Männer eine BU-Police besitzen. Darunter sind gut verdienende und junge Menschen besonders häufig vertreten.
 
Fehlender Bedarf und Desinteresse als Hauptgründe für fehlende BU
Was hält die BU-Abstinenzler davon ab, eine entsprechende Versicherung abzuschließen? Ein Teil von ihnen sieht für sich keinen Bedarf an einem Versicherungsschutz, ein anderer Teil interessiert sich nicht für das Thema. Unter den Desinteressierten sind vor allem junge Berufstätige zwischen 16 und 29 Jahren. Dabei besteht gerade für diese Altersgruppe ein erhöhtes durchschnittliches Risiko, im Laufe des Erwerbslebens einmal berufsunfähig zu werden. Laut der Deutschen Aktuarvereinigung werden 43 Prozent der heute 20-Jährigen in Zukunft berufsunfähig werden. Die Befragten selbst schätzen diesen Anteil hingegen im Durchschnitt auf nur 26 Prozent.
Berufsleben verlaufen nicht immer geradlinig. Berufsanfänger beziehen in der Regel kleinere Gehälter und können zunächst keine großen finanziellen Sprünge machen. Auch für die beruflich Etablierten besteht das Risiko, in Lebenssituationen zu geraten, in denen es ihnen schwerfällt, die Beiträge für ihre BU-Versicherung zu leisten. Deshalb befürworten die Befragten BU-Verträge, die ihnen die Option auf flexible Beiträge – natürlich unter entsprechender Einschränkung der Versicherungsleistungen – gewähren. Da diese Policen zu den teureren Assekuranzprodukten zählen, ist den Berufstätigen Flexibilität im Hinblick auf ihre individuelle Lebenssituation wichtig.
 
Die meisten Befragten unter 30 Jahren begrüßen günstige Einsteigertarife. Die Berufstätigen benötigen im Durchschnitt knapp 1.600 Euro an monatlicher Berufsunfähigkeitsrente, um im Ernstfall einen zufriedenstellenden Lebensstandard genießen zu können. Dabei haben Männer einen deutlich höheren Finanzbedarf als Frauen, der auch durch entsprechende Versicherungsverträge und Prämien gedeckt werden müsste.
Den Befragten ist es besonders wichtig, dass die BU-Rente tatsächlich die Lücke im Gehaltsausfall schließt. Entsprechend hoch müssten die vertraglich festgeschriebenen Versicherungsleistungen sein. Eine weitere Sorge der Berufstätigen ist die Verlässlichkeit der Assekuranz hinsichtlich der Leistungszusagen. Vor allem die Personen, die eine Familie haben, legen Wert darauf, dass ihre Angehörigen über die Police im Leistungsfall mitversorgt sind – und nicht nur sie selbst.
 
 
About M.Krolinski

Versicherungsmakler mit 22 Jahren Berufserfahrung am Markt. Spezialisiert auf die Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Pflegezusatzversicherung. Aber auch zu anderen Sparten auskunfts-und hilfsbereit.

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