12. November 2018

Betriebl. Krankenversicherung

Neue Brille, neue Zähne – anstelle einer Gehaltserhöhung. Machbar mit einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung – jetzt auch für kleine Firmen als günstiger Gruppenvertrag. Der Handwerker kann ihn für seine Mitarbeiter abschließen. Der Staat fördert dieses soziale Engagement steuerlich.

„Beiträge zur betrieblichen Krankenzusatzversicherung vom Arbeitgeber können neuerdings steuerlich gefördert werden. Hintergrund ist eine Regelung im Lohnsteuergesetz seit 2011. Die Gesellschaft gehört zu dem schätzungsweise bislang guten Dutzend Krankenversicherern, das solche speziellen Gruppenverträge seit diesem Jahr auch für kleine und mittelständische Firmen anbietet. Anders als bei Einzelverträgen gibt es hier keine Wartezeiten, auch die Gesundheitsprüfung entfällt ganz oder teilweise. Außerdem können auch Angehörige zu den günstigen Konditionen des Gruppenvertrags mitversichert werden.

Einbezogen in den Freibetrag von 44 Euro sind allerdings noch weitere mögliche Sachzuwendungen beispielsweise für Essen oder Fahrtkosten.  Sofern dieser überschritten wird, greift die Pauschalversteuerung von 30 Prozent – dann aber vom ersten Euro an. Auch die vom Arbeitgeber getragene Pauschalsteuer kann grundsätzlich als Betriebsausgabe abgesetzt werden.

Steuerliches Rechenexempel

„Inwieweit sich was jeweils steuerlich rechnet – das wäre dann ein Rechenexempel, das jede für Firma für sich mit dem Steuerberater durchexerzieren muss. Es ist aber auch möglich, dass der Arbeitnehmer, die Zusatzversicherung finanziert.Parallelen zur betrieblichen Altersvorsorge sind unverkennbar. Doch diese kommt bekanntlich erst zum Tragen, wenn der Arbeitnehmer in Rente geht. Bei der betrieblichen Krankenzusatzversicherung sei die Wirkung sofort spürbar, argumentieren die Anbieter.

„Die Angebote sind allerdings – genau wie bei der betrieblichen Altersvorsorge – sehr beratungsintensiv“Im Beratungsgespräch sollte zuerst geklärt werden, Was hat der betreffende Unternehmer für ein Budget? Was könnte er in der Summe letztlich steuerlich geltend machen? „Erst dann kann man sich über die Einzelheiten unterhalten: Was wäre an betrieblichen Krankenzusatzversicherungen möglich?“In der Regel betrifft das – wie beim Einzelabschluss auch – die drei großen Bereiche: ambulante, stationäre und Zahnbehandlung, entweder als Paket oder einzeln.Auch Krankentagegeld oder die Pflegeabsicherung  sind möglich.

Bedarf im Detail prüfen

Hier wäre der Bedarf wiederum jeweils im Detail zu prüfen. Im ambulanten Bereich, zum Beispiel: Sollen Brillen bezahlt werden – und konkret bis zu welcher Summe? Das gilt gleichermaßen für Hörgeräte und Hilfsmittel. Oder sollen Rezeptgebühren übernommen sowie weitere Leistungen, die inzwischen aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen wurden beziehungsweise dort bis heute fehlen wie etwa die Behandlung durch Heilpraktiker?

Im stationären Bereich geht es um Zwei- und Einbettzimmer rein als Unterkunft. Darüber hinaus kann die Behandlung bei einem Privatarzt vereinbart werden.  Arbeitgeber können dieses stationäre Paket aber auch ausschließlich für einen möglichen Arbeitsunfall vereinbaren.

Im Dentalbereich stehen  Zahnbehandlung, Zahnersatz und Zahnprophylaxe zur Wahl, auch hier wieder als Paket oder einzeln und mit verschiedenen Leistungsstufen.

Eventuell bestehen noch andere Möglichkeiten wie Krankentagegeld, Krankenhaustagegeld, Pflegevorsorge. Auch das ist wieder von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden.

Insbesondere Bereiche wie Zahnersatz, aber auch Sehhilfen im ambulanten Bereich werden

Die Hürde heißt Mitarbeiterzahl

Gruppenvertrag heißt auch immer, es muss eine bestimmte Personenanzahl vorhanden sein. Ab fünf Mitarbeitern  machen das bis jetzt noch nicht sehr viele Gesellschaften möglich,

Einige Anbieter ziehen die untere Grenze bei zehn, zwanzig oder auch fünfzig Mitarbeitern. Teilweise muss mindestens die Hälfte der Belegschaft versichert werden. Manche Gesellschaften versichern dabei Teilzeitkräfte mit, andere nicht.. Leiharbeiter sind in der Regel nicht einbezogen.

In Abhängigkeit von der Mitarbeiterzahl verändern sich außerdem teils bestimmte Konditionen – von wenigen bis gar keine Gesundheitsfragen, Annahmezwang ab zum Beispiel zehn, aber noch nicht bei fünf Mitarbeitern. Auch in der Prämie macht sich das  bemerkbar. Für kleine Belegschaften liegt die Ersparnis im Vergleich zu Einzelverträgen nach seiner bisherigen Erfahrung bei bis zu 25 Prozent. Bei größeren Unternehmen ab 20 Mitarbeitern kann es durchaus schon einmal die Hälfte sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei der Vertragsgestaltung ins Kalkül zu ziehen ist: Was passiert, wenn Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausscheiden? – Je nachdem wie der Vertrag gestrickt ist, besteht die Möglichkeit, dass ein anderer Mitarbeiter „einspringen“ kann. Oder der Betreffende übernimmt den Vertrag zu den sonst allgemein üblichen Konditionen.. Außerdem sollte der Vertrag bei Bedarf für neue Mitarbeiter offen sein.

Den Originalbeitrag im aktuellen Heft 10/2012 "Handwerker-Magazin" können Sie hier lesen

About M.Krolinski

Versicherungsmakler mit 22 Jahren Berufserfahrung am Markt. Spezialisiert auf die Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Pflegezusatzversicherung. Aber auch zu anderen Sparten auskunfts-und hilfsbereit.

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