24. Mai 2013

PKV-Studie

Was wurde nicht in den letzten Monaten mehr oder minder qualifiziert so über die PKV hergezogen.Nun ist auch noch im Juni 2012 eine Studie „GKV/PKV-Systemgrenze: Bestandsaufnahme“ erschienen, die vom Gesundheitsökonom Thomas Drabinski (IfMDA) und dem PremiumCircle in Frankfurt geschrieben wurde. Da wurden  Mindeststandards erwähnt, Makler und Vertriebe die nur an ihre Provision denken sowie von PKV-Tarifen, die eigentlich keine Daseinsberechtigung haben, da diese „Mindestleistungen“ nicht enthalten sind. Richtig wurde auch zu den Strukturvertriebe und deren Gebaren beim Vermitteln der PKV Stellung genommen.Waren es aber auch nicht die Versicherer selber mit ständiger Umsatzsteigerung.War das alles unbekannt ? Haben wir nicht Instrumente und Institutionen wie das Bundesaufsichtsamt(BaFin) usw. ?
Die primäre Frage, die sich mir stellt ist, was sind denn Mindestleistungen in der PKV der GKV gegenüber? Werden diese in der GKV dargestellt ? Kann man diese Leistungen überhaupt vergleichen ? Wir kennen doch aus der Vergangenheit die unzähligen Gesundheitsreformen. Je nach politischem Couleur ,hießen diese Kostendämpfungsgesetze, Gesundheitsstrukurgesetze , GKV-Neuordnungsgesetze,Beitragsicherungsgesetz usw.in deren Folge immer mehr Veränderungen im Leistungskatalog der GKV vorgenommen wurden.Die gesetzlich Versicherten sind Spielball unserer Politik.
Auf der anderen Seite wird jetzt eine weitere Reduzierung der Provision ins Gespräch  gebracht. Aus meiner Sicht sind diese Vorschläge schon nicht mehr sachlich.Der PKV-Verband hat sich zurecht geäußert,"Es kommt auf die Qualifizierung des Vermittlers an". Dem kann ich nur zustimmen.Die bisherige Registrierung von Vermittlern, sowie der Sachkundenachweis kann nur ein Anfang sein. Es ist auch gut, dass es Institutionen gibt, die Marktbeobachtungen durchführen und Analysen erstellen. Trotzdem sollte man das ganze dann aber meiner Meinung nach „Imagebroschüre“ nennen. 

Der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist gerade die persönliche Wahlfreiheit, gewünschte Leistungen ein- oder auszuschließen.Es erfolgte kürzlich ein Hinweis des TK(Techniker Krankenkasse)-Chefs auf Erhalt der PKV und kooperativer Zusammenarbeit und Wettbewerb.
Auf dem 2. PKV-Treff von Experten erklärte der Cefarzt Popken, Chefarzt Urologie im Helios-Klinikum Berlin " Wir brauchgen die PKV um die Standards in der GKV zu erhalten." Im Vordergrund sollte doch der Versicherte stehen. Er sollte sich so versichern,wie es ihm persönlich wichtig ist. Was seinen Vorstellungen, Zielen und Möglichkeite entspricht.

Ob das nun gerade mit einer "Regulierung der Märkte", Aussagen "…der Markt dreht sich" sowie Anprangern von Versicherungsgesellschaften und deren Tarife erreicht wird, das sei  dahingestellt.

Weitere Priorität sollte die Stärkung des Bewusstseins von Maklern, Vermittlern,Vertrieben und auch von Versicherungsgesellschaften, aber in erster Linie des Bewusstseins der Kunden für Leistungsinhalte haben. Dann werden Billigtarife mit elementaren Lücken endlich vom Markt verschwinden, weil sie nicht mehr gewünscht sind. Solange aber den Versicherten nicht klar ist, was im eigenen Tarif oder empfohlenen "59.- Euro- Tarif" enthalten ist- solange werden leider auch diese unsinnigen Tarife weiter Bestand haben und angepriesen.
 

 

Beitragsanpassungen zu 2012

Die fünfgrößte private Krankenversicherung erhöht den Monatssollbeitrag um durchschnittlich 12,9 Prozent. Betroffen davon sind mehr als eine halbe Million Versicherte. Im Schnitt erhöhen private Krankenversicherungen ihre Beiträge jährlich um drei bis sieben Prozent. Die Teuerungen der Central Krankenversicherung liegen daher deutlich über dem Durchschnitt. In einigen Tarifen erwarten Kunden gar Steigerungen von mehr als 20 Prozent, teilweise gibt es Anpassungen von 30 bis 40 Prozent. 
Die drastischen Beitragserhöhungen sind das Resultat der verfehlten Strategie der Billigtarife. Diese hatten sich in den vergangenen Jahren als „faule Eier“ erwiesen und die Central Krankenversicherung in arge Bedrängnis gebracht. Mit billigsten Preisen waren massiv Kunden geworben worden. Doch der rasante Zuwachs an Neugeschäft brachte eine Menge Risikopotenzial mit sich. So war die Zahl der Beitragsschuldner und Erkrankten in dieser Sparte vergleichsweise sehr hoch.
Die Central kündigte bereits Ende August an, daraus Konsequenzen zu ziehen. Der Vertrieb der Billigtarife wurde mittlerweile eingestellt. Weiterhin beendet die Central Krankenversicherung zum 31. März 2012 ihr Maklergeschäft und übergibt die Vermittlung von neuen Tarifen komplett zur Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Auch eine Konzentration auf das Geschäft mit Krankenzusatzversicherungen wurde diskutiert. 
Die Leidtragenden sind die Versicherten der Central Krankenversicherung. Sie müssen nun für eine verfehlte Tarifpolitik gerade stehen. Mit den enormen Beitragsanpassungen wird auf die Generali-Tochter in den nächsten Wochen eine Welle von Kündigungen zukommen. Mit hohen Einstiegspreisen statt der Billigtarife wird es nun schwer neues Geschäft zu generieren – und damit würde ein weiteres Loch in die Kassen gerissen. Sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, könnten der Central schwere Zeiten bevorstehen. Dann wären weitere Schließungen von Tarifen und erneute Beitragsanpassungen in zweistelliger Höhe fast unausweichlich. 
 

SDK verbessert AVB für Neu- und Bestandskunden

Diese Nachricht erreichte mich heute. Ich lese,…Die Süddeutsche KV (SDK) verbessert zum 01.01.2012 die Versicherungsbedingungen für das Neugeschäft als auch für Bestandskunden.

 

1.     Grundsätzlich kann ein Krankenversicherer nicht nachträglich in bestehende Tarifbedingungen eingreifen: er darf diese nicht verschlechtern, aber auch nicht einfach verbessern.

2.     Würde ein Versicherer die Bedingungen für alle Versicherten einfach verbessern, dann stünde dem ja auch eine Erhöhung der Leistungsausgaben gegenüber. In der Folge würden dann die Beiträge im Tarif wegen dieser Leistungsverbesserung ansteigen. Man würde in diesem Falle von einer sogenannten „erzwungenen Wohltat“ sprechen. „Erzwungene Wohltaten“ sind aber verboten und werden in der PKV vom Treuhänder nicht genehmigt.

3.     Eine „Verbesserung“ ist nur dann möglich, wenn die Bedingungen an die bestehende Leistungspraxis des Versicherers angepasst werden, dieser also auch in der Vergangenheit immer für Dinge geleistet hat, die nicht in den AVB gestanden haben. Nur in diesem Falle wäre gewährleistet, dass die Aufnahme dieser Leistungen zu keiner Erhöhung der Beiträge führt. Könnte der Versicherer (siehe 2.) nachweisen, dass er schon immer   bestimmte Leistungen  erstattet hat, dann kann er (theoretisch) diese Leistungen auch in den Tarif mit aufnehmen. Es wäre dann letztlich keine Verbesserung, sondern eine Klarstellung der AVB.

4.     Bei der SDK war dieses der Fall:  sie leistet  schon immer beispielsweise für Blindenhunde, auch wenn diese nie in den AVB aufgeführt waren. Auch Transporte zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus werden von der SDK schon seit Tarifgründung 1974 bezahlt, ebenso wie Ergotherapie, Logopädie, Hydrotherapie, Lichttherapie und vieles mehr. All diese Punkte haben nun explizite Aufnahme in unsere AVB gefunden.

5.     Die Geschäftspolitik der SDK, auf Paralleltarife zu verzichten und mit einem einzigen, generationenübergreifenden Tarifwerk zu arbeiten, ist in diesem Bereich quasi Segen und Fluch zugleich: Man kann eben nicht einfach ein neues Tarifwerk auflegen, wenn sich Markt und medizinischer Fortschritt gewandelt haben, auch wenn das sicherlich der deutlich bequemere Weg wäre. Statt dessen muss man den recht mühsamen und zeitaufwändigen Weg gehen, die bestehenden AVB stetig weiter zu entwickeln und an die laufende Leistungspraxis anzupassen. Hierzu sind immer langwierige Verhandlungen mit dem Treuhänder erforderlich, der (verständlicher Weise) nachgewiesen haben möchte, dass hier keine „erzwungenen Wohltaten“ eingebaut werden, die die Beiträge erhöhen würden.

6.     Die aktuellen „Verbesserungen“ wurden von der SDK vor allem im Hinblick auf das Abschneiden in Ratings und Vergleichsprogrammen durchgeführt. Hier werden die Unternehmen nur nach dem bewertet, was explizit in den Bedingungen steht. Die tatsächliche Leistungspraxis („… das zahlen wir schon seit 30 Jahren…“) spielt dort keine Rolle. Aus diesem Grunde hatte die SDK in der Vergangenheit gerade bei Ratings und Vergleichsprogrammen manchmal schlechte Karten, obwohl in der Praxis für alles geleistet wurde. Das erhöht mit Sicherheit auch die Akzeptanz im Maklermarkt.  

 

Ich werde mir diese Änderungen ansehen und demnächst hier dazu Stellung beziehen.

 

Newsletter von ERGO

Die neueste Ausgabe vom ERGO-Newsletter erreichte mich gestern abend.Unter anderen Beiträgen, stand dort “TOP Ratings für Tarife ” der DKVFocus Der Focus Money hat in seinen Ausgaben vom 5.10. und vom 19.10. zwei F&B-Ratings veröffentlicht, bei denen DKV-Tarife Spitzenplätze belegen. Die Vollversicherungstarife BestMed 4 und BestMed 5 sind bei 30 getesteten PKV-Tarifen jeweils auf Platz 4 gelandet. Nun weiß ich ja, das nicht nur der Focus in der letzten Zeit unsinnige Bewertungen vorgenommen hat.

Viele Interessenten sind mit Begriffen wie Hilfsmittelkatalog, Geltungsbereich, Wohnsitzverlegung oder gemischten Anstalten,GOÄ heillos überfordert. Daher bedienen sich Interessenten daher Test in Zeitschriften oder aus Online Vergleichen.Was da steht, sollte doch eigentlich stimmen.

In diesem Fall wird ein angeblicher Top-Schutz in Aussicht gestellt, auf gravierende Leistungslücken aber nicht eingegangen. Der Interessent der diesem Test vertraut und einen der dort genannten PKV-Tarife ohne nähere Prüfung abschließt, setzt sich teilweise unkalkulierbaren Belastungen aus.

Doch schauen wir uns mal die Inhalte von den angeblichen Top-Tarifen der DKV(BestMed BM4) an, laut den allg. Versicherungsbedingungen (AVB):

  • Honorarerstattung für ärztliche Leistungen max. 3,5fache Satz
  • Aufenthalt in gemischten Anstalten  nicht konkret genug dargestellt
  • Anschlußheilbehandlung grundsätzlich nicht abgesichert
  • Wechseloptionen ungenügend  dargestellt
  • Präparate oder Mittel zur künstlichen Ernährung nicht dargestellt
  • Ergotherapie nicht dargestellt
  • Psychotherapie ambulant als auch stationär ungenügend dargestellt

Soweit also zu einem Top-Tarif. Aber mit dem Namen “BestMed” wird dem Kunden beste medizinische Versorgung versprochen. Es wäre schön, wenn die DKV (gehört ja zum Ergo-Konzern), als großer Krankenversicherer nachbessern würde.

Siehe dazu : Heilmittelverzeichnis der DKV  sowie   AVB BM4